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Die Geologie der Blauen Kuppe bei Eschwege


Anfahrt

Man folgt der Straße von Eschwege nach Langenhain. Nachdem man die "Kleine Kuppe" auf der linken Seite passiert hat, geht rechts ein kleiner Feldweg ab (kurz vor der Kreuzung mit der alten Mühlhäuser Straße, heute ein Feldweg), dieser Feldweg führt direkt zum Eingang des Nordbruches der "Blauen Kuppe". Alternativ kann man mit dem Auto direkt am Standquartier Erdwissenschaften "Blaue Kuppe" parken und die restlichen paar hundert Meter zu Fuß in Richtung Blaue Kuppe gehen.


Geomorphologische und geologische Beschreibung

Das Basaltvorkommen der "Blauen Kuppe" liegt etwa 3,5 km südlich von Eschwege. Der Steinbruchbetrieb wurde hier um 1930 eingestellt und steht nun schon seit einigen Jahren unter Naturschutz.
Der Aufschluß ist wie der Meißner ein klassisches Vorkommen, an dem im Streit zwischen Neptunisten und Plutonisten die vulkanische Natur des Basalts erkannt wurde.


 
Lageplan der Blauen Kuppe
Abb. 1: Lageplan der Blauen Kuppe nach [1], [2] und [3]
 
 

Gesteine an der Blauen Kuppe

Die Blaue Kuppe im engeren Sinne wird durch einen Alkaliolivinbasalt gebildet. Als Minerale dominieren Olivin, Pyroxen, Plagioklas (Labradorit), Magnetit und gelegentlich dünne Lamellen von Ilmenit. Makroskopisch treten die Olivine und bisweilen die Plagioklase hervor.

anatektisch umgewandelter Buntsandstein

Abb. 2: Anatektisch umgewandelter Buntsandstein, im teigigen Zustand verfaltet ("Buchit"), dunkel die ehemaligen Tonlagen, hell die ehemaligen sandigen Lagen, Maßstab = 1 cm [1] - zur Vergrößerung auf das Bild klicken!

Der umgebende Buntsandstein besteht zu 70% aus Quarzkörnern (0,05 bis 0,2 mm), die durch ein toniges Bindemittel zusammengehalten werden. Auf Schichtflächen sind Biotit-Blättchen eingeregelt. Im Dünnschliff sind zudem Feldspat, Apatit, Zirkon, Rutil und Turmalin zu erkennen.
Im Kontaktbereich des Basaltes zum umgebenden Buntsandstein wurde letzterer vollkommen umgewandelt (Buchit). Im Dünnschliff sind die in einer glasigen Grundmasse schwimmenden Quarzkörner des Sandsteins zu erkennen. Dazwischen befinden sich, hauptsächlich in den ehemaligen tonigen Lagen, sehr viele kleine Cordierit-Kriställchen in sechsseitigen Säulen von gedrungener Form. In den sandigen Lagen tritt grüner, nadelförmiger Pyroxen auf. Bei den gefritteten Sandsteinen war die Menge der entstandenen Teilschmelze sehr gering. Zwischen den einzelnen Quarzkörnern bildete sich ein klebriger Film, der nach dem Erkalten den Sandstein verfestigte. [1]


Die Mineralparagenese an der Blauen Kuppe

Auf den Klüften, wie auch in den Blasenhohlräumen hat sich durch die Fumarolentätigkeit eine interessante pneumatolytische Mineralgesellschaft entwickelt. Das häufigste Mineral ist der Magnetit, welcher kleine schwarze Oktaeder bis 1 mm Größe bildet. Neben der Form des Oktaeders kommen auch flächenreichere Formen vor, an denen (110), (311), (533) und (100) Flächen ausgebildet sein können. In manchen Blasenhohlräumen findet man bis 1 mm großen Cristobalit. Man kann dabei drei verschiedene Trachttypen unterscheiden. Tracht I besteht aus Oktaedern, Tracht II bildet tafelige, nach einer Oktaederfläche verzerrte Formen. Tracht III ist der Tracht II sehr ähnlich und zeigt mit ihren nach den Spinellgesetz verwachsenen Täfelchen sehr große Ähnlichkeit mit Tridymit.
Des weiteren sind Kristalle von Apatit, Hypersthen, Orthoklas und Grossular. Zudem scheint die Blaue Kuppe sehr arm an Zeolithen gewesen zu sein. Nur wenig wurde beschrieben, so z.B. Chabasit, Natrolith und Stilbit. [1] Insbesondere über den Cristobalit an der Blauen Kuppe und am Rosenbühl gibt [4] Auskunft.


Die Kleine Kuppe

Nur wenige hundert Meter von der Blauen Kuppe entfernt befindet sich die Kleine Kuppe. Dabei handelt es sich um einen z.T. stark verwitterten, flachen Basalthügel, der nur wenig zu einem Besuch reizt. Eine Besonderheit ist, dass weniger frische Proben dieses Basaltes einen erhöhten Na2O-Wert aufweisen, als frisches Gestein. Als mögliche Begründung führt [1] an, dass zirkulierende, NaCl-haltige Porenwässer den Basalt und dessen Chemismus kontaminiert haben.


Quellen


  • [1] Koritnig, S. (1978): Die "Blaue Kuppe" bei Eschwege. - Der Aufschluss, Sonderband 28 (Göttingen), 237-247, Heidelberg

  • [2] Jacobshagen, V., Koritnig, S., Ritzkowski, S., Rösing, F., Wittig, R. & Wycisk, P. (1977): Der Unterwerra-Sattel: sein Deckgebirge (Perm-Tertiär) und der gefaltete paläozoische Kern. - Exkursionsführer Geotagung 1977, Exkursion C, 1-34, Göttingen

  • [3] Koritnig (1968): Die "Blaue Kuppe" bei Eschwege. - Der Aufschluss, Sonderheft 17, 173-182, Heidelberg

  • [4] Ramdohr, P. (1920): Über die Basalte der Blauen Kuppe bei Eschwege und benachbarte Vorkommen und ihr Cristobalit. - Cbl. F. Min., 33-36

 
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